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AusbildungsVertrag

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Begriffserklärungen

  • Auszubildender: natürliche Person, die ausgebildet werden soll (Azubi).
  • Ausbildender: natürliche oder juristische Person, die den Ausbildungsvertrag mit dem Auszubildenden abschließt und persönlich geeignet (§29 BBiG) sein muss.
  • Ausbilder: die vom Ausbildenden benannte Person, die verantwortlich für die Ausbildung ist und sowohl persönlich (§29 BBiG), als auch fachlich (§30 BBiG) geeignet sein muss.

Achtung: Ausbildender und Ausbilder können die gleiche Person sein, dies trifft aber nicht immer zu, deswegen wird im Gesetz zwischen diesen beiden unterschieden.

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) enthält Regelungen zur Ausbildung, Fortbildung und Umschulung.
Im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) beinhaltet Bestimmungen zum Jugendlichen am Arbeitsplatz.
Die jeweilige Ausbildungsordnung (AO) des Ausbildungsberufes enthält die zu vermittelnden Inhalte und Vorgaben zu den dafür verfügbaren Zeiten. Diese AO ist die Vorgabe, die der Ausbildendende umsetzen muss. Die Gesetzte enthalten die Mindestvorgaben für die Ausbildung. Diese Mindestvorgaben können durch Verträge verbessert aber nicht verschlechtert werden.

Der Ausbildungsvertrag ist der Vertrag zwischen dem Ausbildenden und dem Auszubildenden. Er muss mindestens folgende Angaben enthalten (§11 BBiG):

  • 1. Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung
    • insbesondere die Berufstätigkeit, die Ausgebildet werden soll. Dieses beinhaltet die Nennung des Berufes, welchen der Azubi zu erlernen wünscht
    • eine Umsetzung der in der Ausbildungsordnung vorgegebenen Lerninhalte auf die betrieblichen Möglichkeiten (siehe auch Nr. 3).
    • Kurzform: Wer macht was, wann und wo mit dem Azubi!
  • 2. Beginn und Dauer der Berufsausbildung
    • Datum des Beginns der Ausbildung, die in der AO vorgegebene Ausbildungsdauer, abzüglich der vereinbarten Verkürzungen und das Enddatum der Ausbildung
    • Auch enthalten ist eine Klausel, dass die Ausbildung mit dem Ablegen der Abschlussprüfung beendet wird. Liegt die Abschlußprüfung vor dem vertraglichen Enddatum, ist die Ausbildung mit der Mitteilung des Bestehens beendet. Ansonsten mit dem Enddatum des Vertrages, unabhängig vom Datum der Abschlußprüfung.
  • 3. Ausbildungsort und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte (§27 BBiG)
    • z.B.: Lehrgänge an anderen Orten oder Betriebsstätten als dem üblichen Ausbildungsort
    • Verbundausbildungen mehrerer Unternehmen, von denen jedes einzelne alleine nicht zur Ausbildung in der Lage wäre, weil die nötigen Einrichtungen fehlen, im Verbund allerdings alle nötigen Einrichtungen vorhanden sind.
  • 4. Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit (§8 JArbschG)
    • max. 8h/Tag
    • max. 5 Tage/Woche
  • 5. Dauer der Probezeit
    • minimal einen Monat, maximal vier Monate (§20 BBiG)
    • Innerhalb dieser Zeit ist eine Kündigung sowohl vom Azubi als auch vom Ausbildenden fristlos und ohne Grund möglich (§22 BBiG).
    • Die Kündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen (§22 BBiG).
  • 6. Zahlung und Höhe der Vergütung
    • angemessen an Alter und von Ausbildungsjahr zu Ausbildungsjahr steigend (§17 BBiG)
    • zu zahlen spätestens am letzten Arbeitstag des Monats (§18 BBiG)
  • 7. Dauer des Urlaubs (§19 JArbSchG)
    • 30 Werktage<16 Jahre
    • 27 Werktage<17 Jahre
    • 25 Werktage<18 Jahre
  • 8. Voraussetzungen zur Kündigung des Ausbildungsvertrages Die Kündigung muss in jedem Fall schriftlich erfolgen (§22 BBiG)
    • fristlos, vom Azubi oder vom Ausblidenden wenn ein wichtiger Grund vorliegt, der weniger als 14 Tage bekannt ist
    • mit einer vierwöchigen Frist vom Auszubildenden bei Berufsaufgabe
  • 9. allgemeiner Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen
    • Ein Tarifvertrag kann Vertragsbestandteil sein, wenn der Arbeitgeber selber Tarifvertragspartei oder Mitglied eines Arbeitgeberverbandes ist, der Tarifvertragspartei ist und der Azubi in der entsprechenden Gewerkschaft. In manchen Fällen wird der Tarifvertrag als Bestandteil des Ausbildungsvertrages genannt, obwohl keiner Mitglied einer Tarifvertragspartei ist. Hier wird der Tarifvertrag durch die Nennung im Ausbildungsvertrag Vertragsbestandteil.
    • Betriebsvereinbarungen werden zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber geschlossen. Auch sie werden Vertragsbestandteil. Hier werden Dinge geregelt, die durch den Tarifvertrag nicht abgedeckt werden. Betriebsvereinbarungen dürfen vom geltenden Tarifvertrag abweichen, wenn dies im Tarifvertrag gestattet wird oder die Bedingungen der Betriebsvereinbarung besser sind, als die des Tarifvertrags (Günstigkeitsprinzip).

Bei verschiedenen Punkten gibt es Ausnahmen (z.B. zur regelmäßigen täglichen Arbeitszeit). Die genannten Paragraphen sind Anfangspunkte zur Recherche.


Erstellt von Robert Johnen
am 7.6.2008, 02:37:00
Letzte Änderung am 25.6.2008, 00:17:00